Geschichte
Nachdem Netflix, damals noch als Start-Up, 1997 von Reed Hastings und Marc Randolph gegründet wurde, wich die Geschäftidee etwas von der heutigen ab. Die Idee war eine Online-Videothek, bei der DVDs und Blu-Rays online ausgeliehen werden können und per Post ankommen. Ab 1999 startete der Service - auch damals schon mit Abo-Modell. Aufgrund der Einführung der individuellen Filmempfehlungen im Jahr 2000 und des Börsengangs 2002, folgte ein exponentieller Anstieg von 600.000 auf 4,2 Millionen Nutzer:innen.
Da das sterblich Medium der DVD immer unrelevanter wurde, stieg Netflix 2007 in das Video-on-Demand-Business ein und ließ das ursprüngliche Geschäftsmodell immer weiter zurück. 2013 wagte Netflix einen weiteren großen Schritt. Das Unternehmen veröffentlichte erstmals eigene Filme und Serien und feierte damit auch Erfolg. So gewann z.B. die Serie “House of Cards” im gleichen Jahr 3 Emmys.
In Deutschland war der Dienst erstmals 2014 nutzbar. Netflix expandierte in dieser Zeit und verkündete 2016 dann, es sei weltweit verfügbar. Die Nutzerzahl stieg immer weiter an. 2017 waren es 100 MIllionen Nutzer:innen, 2021 dann bereits 200 Millionen.
Beliebte Inhalte
Die Anzahl der Inhalte sind regional unterschiedlich. In Großbritanien, dem Gründungsland, stehen zur Zeit (21.01.2022) 4.551 Serien und 2.092 Filme zur Verfügung. Die meisten Serien gibt es in Tschechien mit 5.234 und die meisten Filme, nämlich 2.387, sind in den USA verfügbar.
Vergleicht man die Top 10 Netflix-Filme nach Streamingdauer innerhalb der ersten 28 Tage nach Veröffentlichung bis Ende 2021, so schneidet der Film "Bird Box" mit 282 Mio. Stunden am besten ab. Mit etwas Abstand folgt "Extraction" mit 231 Mio. Stunden und "The Irishman" mit 215 Mio. Stunden.
Als beliebteste Serien gelten nach dieser Methode "Bridgerton" mit 625 Mio., "Haus des Geldes" mit 619 Mio. Stunden und "Stranger Things" mit 582 Mio. Stunden Watchtime.
Preispolitk
| Basis | Normal | Premium | |
|---|---|---|---|
| Monatliche Kosten (€) | 7,99 | 12,99 | 17,99 |
| Parallele Geräte | 1 | 2 | 4 |
| Parallele Download | 1 | 2 | 4 |
| Allen Inhalten | Ja | Ja | Ja |
| Mobile Ansicht | Ja | Ja | Ja |
| HD verfügbar | - | Ja | Ja |
| Ultra-HD verfügbar | - | - | Ja |
Umwelt
Der CO2-Fußabdruck von Netflix für 2020 beträgt 1.100.000 Tonnen, von denen etwa die Hälfte aus der physischen Produktion von Videoinhalten stammt. Emissionen aus Internetübertragungen oder Stromverbrauch von Endgeräten sind nicht enthalten. Netflix ist seit April 2017 Teil der Green Energy Partnership der US-Umweltschutzbehörde. Schätzungen der Internationalen Energieagentur zufolge verbraucht Netflix durchschnittlich etwa 0,08 Kilowattstunden Strom für eine Stunde, wobei der größte Teil dieses Verbrauchs von Endgeräten stammt. Am 30. März 2021 gab Netflix bekannt, bis Ende 2022 klimaneutral zu sein. Dazu werden die Emissionen bis 2030 um 45 % reduziert und zusätzlich in Klimaschutzprojekte investiert.
Reichweite
Eine gemeinsame Studie der Westfälischen Wilhelms-Universität und der Unternehmensberatung Roland Berger aus dem Jahr 2019 zeigt, dass Zuschauer zwar zunehmend von klassischen TV-Sendern auf Streaming-Dienste umsteigen, sich diese Sender aber nicht vollständig auf den Wettbewerb mit Streaming-Anbietern vorbereiten. Demnach verbringen deutsche Zuschauer bereits mehr Zeit auf Netflix als bei jedem anderen TV-Anbieter, wobei 28 % der jungen Zuschauer auf Netflix schauen. Auch bei Inhalt, Erlebnis, Image und Vertrauen schneidet Netflix in der Studie deutlich besser ab als klassisches TV. Das folgende Diagramm veranschaulicht den stetigen Anstieg der Nutzerzahlen.